Mittwoch, 13. Oktober 2010

Das Ei und das Huhn

Hallo,

heute will ich eine Angelegenheit auf fundierter biologischer Grundlage diskutieren. Häufiger fragen sich Menschen, ob das Ei oder das Huhn zuerst war. An dieser Stelle kann ich schon auf folgendes hinweisen - auch wenn ich es immer wieder lese: Ein Hahn kann keine Eier legen; ebenso ist diese Diskussion des Themas übertragbar auf sämtliche anderen Vogelarten und Vogelrassen.


Die Entstehung des Homo sapiens sapiens:
Der Homo sapiens sapiens (auch bekannt als der heutige Mensch) stammt, wie bekannt sein dürfte nicht vom Affen ab, sondern von einer Vielzahl weiterer Homiden. Ein Stammbaum gibt hierüber Aufschluss, kann aber wegen fehlender Kenntniss über sämtliche Vorfahren des Homo sapiens sapiens nicht vollständig hergestellt werden. Eine Abstammung des Menschen und der Menschenaffen von einem gemeinsamen Vorfahren ist überaus wahrscheinlich, da der Gencode besondere Ähnlichkeiten besitzt.

Der Gencode
Jedem Lebewesen und jeder Pflanze ist ein Gencode zu eigen. Dieser ist eine Regel zur Bildung der DNA [Desoxyribunucleinacid, welche verantwortlich für die Ausprägung der Eigenschaften eines Individuums ist.
Bei der Bildung der DNA werden Basentripletts von Guanin, Cytosin, Uracil und Adenin genutzt, um die Verwendung einer Aminosäure in der DNA zu bestimmen. Hierbei entspricht jedes Basentriplett einer Aminosäure, eine Aminosäure kann jedoch von mehreren Basentripletts bestimmt werden. Das Nutzen unterschiedlicher Aminosäuren sorgt letztlich für die Bildung der DNA und die Gen-Expression.


Die Mutation  
Bei der Transkription von Basentriplett zu Aminosäure können Fehler (sogenannten Mutationen) auftreten. Diese Fehler können unterschieden werden:
  • Substitution
  • Insertion
  • Duplikation
  • Deletion
Bei einer Mutation wird durch einen Fehler bei der Transkription eine Base vertauscht, eliminiert, dupliziert oder hinzugefügt. Dies sorgt für Punktmutationen.

Beispiel:
Ausgehend von dem Satz "ICH MAG EIN EIS" sorgen sämtliche Punktmutationen für eine Non-Sense-Mutation.
Substitution: "ICH BAG EIN EIS"
Insertion: "ICH XMA GEI NEI S"
Duplikation: "ICH HMA GEI NEI S"
Deletion: "ICH AGE INE IS"
Wie hier zu sehen ist, sorgt jede Veränderung des Satzes für eine Mutation. 
Geschieht dies bei einer Transkription kann dies positive oder negative Folgen haben.


Die Entwicklung
Durch Mutation kann sich eine Lebensform weiterentwickeln. Mutationen passieren stets zufällig und können auch den Tod eine Lebensform bedeuten. Nach Darwin überleben stets die Individuen, die am besten an ihre Lebensbedingungen angepasst sind. 
Hier findet also Evolution statt: Durch Mutation entstehen neue Lebensformen und sind diese besser an die Lebensbedingungen angepasst, werden sie überleben (siehe der Stammbaum der Homiden).


Das Huhn war im Ei
Mit diesem Wissen ist es nun möglich, fundiert auf die Frage einzugehen, ob ein Huhn oder ein Ei zuerst war. Wir wissen, wie durch genetische Veränderung (Mutation) neue Lebensformen entstehen und wir wissen, dass Vögel eierlegende Tiere sind. 
Davon ausgehend, dass ein Vorfahre eines Huhnes ebenfalls ein Vogel war, wissen wir, dass dieser Vorfahre selbst Eier gelegt hat um sich fortzupflanzen. Findet nun eine Veränderung im Gencode des Nachkommens durch Mutation statt, kann eine neue Lebensform entstehen. Diese (also das heutige Huhn) ist besser an die Lebensbedingungen angepasst und kann seinen Gencode durch Fortpflanzung weitergeben, wodurch letzlich das heutige Huhn entsteht und Vorfahren verdrängt.
Nach dieser Diskussion ist klar, dass das Ei vor dem Huhn entstanden ist, dieses allerdings weitere Vorfahren hatte. 
Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass der erste Vorfahre des heutigen Huhnes ein Einzeller war.

Gruß,
euer Kaito.

P.S.: Ich möchte meinen Dank an Sir Duck für sein Lob zu meinem letzten Eintrag danken.

1 Kommentar:

  1. Fundierter, gut recherchierter Beitrag und zudem leicht verständlich :D

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