Montag, 11. Oktober 2010

i... der Buchstabe, der Böses verspricht

Hallo,

heute hat meine Wenigkeit viel mit dem Buchstaben "i" zu tun gehabt. Nachdem von einem gefiederten Freund der Buchstabe "i" als Tipp für seinen nächsten Blogeintrag gegeben worden ist und ich in "i" nichts als den Teufel erkennen konnte, musste ich hier festellen, dass "i" weitaus böser sein kann, als ich dachte.

Der Buchstabe, der Böses verspricht:

Normalerweise befasse ich mich gerne mit Themen, die kontrovers sind. Dieses mal tat ich es sehr gerne und setzte mich mit einem Freund über das Thema iPhone (a.ka. T-Mobile und Apple) auseinander. Wie unschwer für jeden erkennbar sein sollte - zumindest jeden, der Lesen kann - hat ein iPhone bei einer Auflistung seiner hardwareseitigen Spezifikationen deutlich schlechtere Werte als vergleichbar teuere Geräte anderer Anbieter (z.B. Samsung). Zumindest aber hat ein iPhone ein deutlich schlechteres Preisleistungsverhältnis.
Dies liegt sicherlich nicht nur an dem Gerät selbst, sondern auch an der noch vorhandenen Monopolstellung von der Firma T-Mobile. Diese wird im Oktober etwas lockerer werden, da Vodafone auch die Möglichkeit verfügen wird, selbst das iPhone zu vertreiben. Verträge von 50€ für ein Mobiltelefon namens iPhone sind bislang keine Seltenheit - bei anderen Anbietern können für solche Preise bereits vollwertige Flatrates in sämtliche deutschen Netze erworben werden. Eine grobe Rechnung macht schnell klar, dass über einen Vertragszeitraum von 24 Monaten das Gerät einen Kunden bereits 1200€ kostet (diese 1200€ gehen natürlich nicht nur an Apple). Sicherlich erhält man für diesen Preis ein iPhone und einige Freiminuten, vielleicht sogar eine Flatrate; doch das kann es eigentlich nicht sein, was ein cleverer Mensch möchte.
Für 1200€ kann man sich ein vernünftiges, besseres und günstigeres Handymodell anderer Anbieter leisten, einen entsprechenden Vertrag und hat in jedem Fall noch etwas Geld gespart (abhängig von der eigenen Handynutzung). Sobald man versucht, dies einem Kunden der Telekom zu erklären, werden sämtliche Argumente und Antworten absolut unlogisch und inhaltsleer. Typisch sind Antworten wie "Das iPhone ist einfach besser.", "Diese Funktion hat sonst kein Gerät.", "1200€ würde ich auch für andere Geräte zahlen.", etc.

Ich muss euch, liebe iPhone- und Apple-Fans korrigieren. Ihr liegt falsch und dies könnt ihr mir absolut glauben. Für 1200€ bekommt man mehr als nur ein Gerät, sofern es kein iPhone ist; sämtliche Funktionen, welche ein iPhone besitzt, kann auch ein anderes Handy (sei es mit einer zusätzlichen Applikation) ausführen und nein: Ein iPhone ist nicht einfach besser.
Diese Aussagen kann man nun ablehnen, einfache Gegenrechnungen aller Kosten und Hardwareleistungen werden jedoch meine Aussagen bestätigen. 

Was also ist es, dass ein iPhone so begehrenswert macht oder wollen wir sagen: Was macht Apple-Produkte begehrenswert?
Hier möchte ich den großen Eric Bishof zitieren, der einst meinte "Controversy creates Cash" (zu deutsch: Kontroverse macht Geld). Ein einfacher kritischer Blogeintrag - wie dieser hier - sorgt bereits für Werbung für Apple-Produkte. Auch wenn dieser Eintrag nicht zum Vorteil von Apple verfasst ist, ist er doch kostenlose Werbung, welche ins Auge sticht und durch die Kontroverse ob ein Apple-Produkt nun gut ist, weitere Diskussionen anfacht und dafür sorgt, dass ein Apple-Produkt in aller Munde ist. 
Eine dreiste Marketingstragie, wie die von Apple und der Telekom sorgen weiterhin für Werbung mit Schlagzeilen wie "iPhone kostet mehr als ein Oberklasse-PC". Ein Überprüfen der Fakten findet meist bei den angesprochenen Käufergruppen nicht statt, da die Aussage der Schlagzeile bald in Vergessenheit gerät. Nicht in Vergessenheit gerät allerdings der Markenname "iPhone".

Nun ist es also Telekom und Apple gelungen, potentielle Kunden um den Finger zu wickeln. Mit überteuerten Knebelverträgen und schlechteren Produkten ziehen sie den Kunden nun also über die Ladentheke. Leider gibt es nach 2 Jahren keine weiteren Einnahmen an einem Kunden, da der Vertrag ausläuft. Aber auch hierfür hat Apple eine Lösung: Apple bringt eine neue Version des iPhone heraus, welche nur mit einem weiteren Knebelvertrag erhältlich ist. 
Ein neues iPhone erscheint; nennen wir es "Version 2.0". Version 2.0 hat einige Neuerungen gegenüber Version 1 und kostet erneut 1200€ in 2 Jahren. Apple hat nun bereits einen Verdienst von 2400€ an einem Kunden gemacht. Doch auch dieser Verdienst kann noch gesteigert werden; hierzu nötig ist Version 3.0 des Gerätes und eine häufigere Veröffentlichung eines iPhones (jedes Jahr ein Modell). 
Nun hat Apple also erreicht, was sie erreichen wollten: Ständige Einnahmen durch den selben Kunden - immer wieder.

Inzwischen hat Apple bereits 4 Versionen des Gerätes veröffentlicht, wovon eine "nur" eine Neuauflage eines alten Gerätes ist.

Ich möchte an der Stelle die Möglichkeit zu weiteren kontroversen Diskussionen lassen und verweise noch einmal auf Eric Bishofs Aussage "Controvery creates Cash".

Viel Vergnügen mit überteuerten Produkten
wünscht euer Kaito Kuroba.

1 Kommentar:

  1. Guter Artikel :D und absolut richtig: Controversy creates Cash. Es stimmt wirklich.

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